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Die Anfänge der Sektion Solothurn

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Protokolle und Dokumente, welche die Gründung der Sektion Solothurn belegen, sind leider schon vor langer Zeit verloren gegangen, wie auch die Stammbücher, selbst die aus späterer Zeit. Dank der elektronischen Sammlung aller Old Man (OM, heute HBRadio), kann aber die Geschichte recht gut rekonstruiert werden.

Unsere Sektion Solothurn wurde 'gemäss USKA Vorstandsbeschluss per 14. Januar 1951 in die USKA aufgenommen', so die Ansage im OM 1951-02 vom Februar. Im damaligen Januar-OM wurde gemeldet, dass die Ortsgruppe (OG) Solothurn ein Aufnahmegesuch am 21. Dezember 1950 eingereicht hatte.

Doch der Reihe nach: Schon viel früher gab es Funkamateur-Aktivität in Solothurn. Schon in der 5. Auflage des OM 1936 wird Hans Kappeler HB9BH von Solothurn in die USKA aufgenommen, der dann viele Jahre immer wieder Erwähnung findet. Weitere Namen folgen, so 1938 auch Rudolf Merz jun. mit dem Empfangsrufzeichen HB9RPT, nach Auskunft von Armin Merz damals 28 Jahre alt. Und - höchst erstaunlich - im März 1939 wird vermeldet, dass 'am 10. November 38 in Solothurn eine Ortsgruppe der USKA gegründet wurde'. Als Obmann amtet Peter Balmer HB9RLN, als TM Rudolf Merz.

Zu den HB9Rxx-Rufzeichen: Diese Kategorie für Empfangsamateure wurde offensichtlich 1934 geschaffen mit den Bedingungen:

  1. Besitz eines Empfängers auf 80 und 40 m
  2. Führen eines Logbuchs
  3. Teilnahme an einer USKA Verkehrsübung.
Diese Ortsgruppen hatten aber noch nicht den Status von eigenständigen Vereinen oder Sektionen, diese Organisationsform entsteht offensichtlich erst nach dem zweiten Weltkrieg.
In den Kriegsjahren wird die Amateurfunktätigkeit stark eingeschränkt, so fehlt auch der OM Jahrgang 1940 und der Jahrgang 1941 wird quasi im Militärdienst erstellt mit Ortsangabe Oberdiessbach. (Detaillierte Angaben finden sich u.a. im Buch von R. Stuber HB9T).

Im OM 1947-05 werden 'Fabrikkonzessionen' aufgeführt, so erhält die Autophon AG das Rufzeichen HB8VC.

Bis dato sind etwa ein Dutzend Amateure mit Sende- und vor allem Empfangs-Konzessionen in Solothurn, Grenchen und Biberist aufgeführt. So auch Adolf Anderegg HB9S aus Grenchen, der 1929 sogar Gründungsmitglied der USKA war.

Der Solothurner Ernst Mauerhofer jun. HB9RVT tritt 1951 der USKA bei. In einem späteren Bericht der OG (1956-05) wird dieser OM als eigentlicher Gründer der Sektion Solothurn bezeichnet!
Im OM 1950-12 taucht ein den Oldies sehr bekannter Name auf: Willy Graber HB9MH, Stud. El-Techn. aus Solothurn, stellt ein Aufnahmegesuch. Willy ist ein begnadeter Morser, erlangt er doch schon im Jahr darauf das HSC (High Speed Club) Diplom. Er wurde später Pilot und Chef der DC-8 Flotte.
Im Bericht der OG Solothurn (1951-12) wird Anton Schuhmacher aufgeführt, der im Jahr darauf der USKA beitritt als HB9NM.

Zu dieser Zeit sind nebst Solothurn 13 weitere Sektionen aktiv, darunter auch Biel.

Im OM 1952-04 folgt ein etwas ausführlicher Bericht zur GV vom Februar 52. Danach ist Willy Graber der 'OG-Leiter', Kassier ist Arthur Blaser, Aktuar Sepp Müller, OMs Wyss und Füeg sind Beisitzer. Total 17 Mitglieder, davon 6 neue. Der Stamm findet im Restaurant 'Sankt Urs' statt.

Im OM 1953-07/08 folgt eine Auflistung aller bis dahin erteilten Sendekonzessionen. Darin sind im Kanton Solothurn aufgeführt: Paul Binz HB9PY, daneben wie bereits erwähnt Willy Graber, Adolf Anderegg, Anton Schuhmacher, sowie ein OM in Dornach.

Im Aargau ist auch der den Solothurnern bekannte Name von Ernst Hausheer HB9KB aufgeführt. Die Liste endete damals mit dem Call HB9RB.

Im gleichen Heft wird Kurt Zürcher HE9EDM erwähnt, der einen Empfänger BC-455 verkaufen will. Weiter verkauft der vielen 'Bastlern' bekannte Alfred Schlatter schon damals elektrotechnisches Material.

Im OM 1954-02 wird Paul Binz als Ansprechpartner für die 'OG Solothurn' angegeben. Im November 1954 erweitert sich die Liste der Konzessionen um Albert Graf HB9JF, Ernst Wüthrich HB9QG sowie Walter Ineichen HB9SA, Max Aebi HB9SO und Otto Gerber HB9SG. Diesmal endet die Liste mit dem Call HB9TB.

Im Januar OM 1955 folgt wiederum ein etwas ausführlicher Bericht der OG Solothurn, verfasst von Ernst Wyss HB9QV. Darin werden die typischen Tätigkeiten der damaligen Zeit beschrieben: Man stieg zur Rundfluhhütte auf, betätigte sich nebst Jassen mit 2m-Peilen. Auch 'Alkoholisches' sei da nicht zu kurz gekommen!

Im April des gleichen Jahres wird der Beitritt von Max Aebi HB9SO zur OG Solothurn gemeldet und dass Ruedi Merz nun die Konzession HB9RP erlangt hat. Beim Brand des Landhauses geht eingelagertes Sektionsmaterial verloren. Weiter wird berichtet, dass das Klublokal an der Baselstrasse bald bezugsbereit sei - es handelte sich hier um ein altes Trafohäuschen.

Weitere OG-Nachrichten folgen im Mai 1956: Alex Küffer HE9EFY wird Peilmeister. Der Stamm findet nun abwechslungsweise im Restaurant St. Stephan und im eigenen Lokal statt. Präsident ist Alber Graf HB9JF und als Sekretär amtet neu Marcel Richard HE9ENS.

Im 1957-02 wird berichtet, dass Ruedi Merz jeden Sonntag um 11 Uhr den Rundfunk der Sektion Solothurn auf 144.1 MHz ausstrahlt. In der Mai-Ausgabe folgt ein Bericht von der GV unter der Leitung von Marcel: Neu aufgenommen wurden die Mitglieder Hans Schnyder HB9TP, John Altermatt HB9TR, Franz von Burg HB9UT und Heinz Bruderer HB9VK, der sogleich zum Aktuar erhoben wird.

Ein ausführlicher Bericht von Wolfgang Nübel ex. DL7EA, im Jahr darauf HB9WN, beschreibt eine Expedition auf den Weissenstein, um am 'Coupe de l'USKA VHF' teilzunehmen unter dem Rufzeichen HB1RP. (Ausgabe 1957-08/09, mit Bildern, sehr lesenswert). Alleine für das Material wurden 3 Sessel der Bahn beansprucht. Man erreichte damals auf 2m im 23h Betrieb 33 Stationen. Im Bericht wird erwähnt, dass HE9EGC (= Ruedi Glutz) sein 'Magnetophon' mitgebracht habe.

Im Februar 1958 werden neue OG Mitglieder gemeldet: Werner Bäschlin HB9WJ und Roland Stampli HE9EUJ, während Ernst Wüthrich und Marcel Mahni austreten. Marcel Richard ist nun HB9VY.

Am 13. Februar 1960 wird unter der Leitung von Werner Bäschlin im Solothurner Landhaus die gesamtschweizerische GV und das USKA Hamfest durchgeführt. Man konnte sich anmelden für ein Einzel- oder Doppelzimmer von Fr. 10.- bis 32.- 'inkl. Frühstück und Bedienung', sowie für das Mittagessen von Fr. 7.--.

Soweit die Recherche im OldMan bis in die 60er Jahre.

Eine weitere Informationsquelle bildet das Kassabuch der Sektion Solothurn, auch hier ist leider der Standort unbekannt! Als ich 1974 der OG beigetreten war, wurde ich an der folgenden GV gleich zum Kassier ernannt. Damals trug ich die Buchungen noch ins (erste und einzige) Kassabuch ein. Während vieler Jahre wurden die Mitgliederbeiträge namentlich verbucht. Zum Glück habe ich damals eine Liste der Beitragszahlenden erstellt, die noch Mitglied in der Sektion waren.

Diese Liste startet im Jahr 1952 mit den beiden Einträgen von Kurt Zürcher und Ernst Wyss. Nebst den bereits in diesem Bericht erwähnten Namen sind dann im Laufe der Jahre noch folgende OMs hinzugekommen (mit ihren späteren Rufzeichen):

1953: Anton Müller HB9BGE, Ruedi Glutz HB9AYQ
1954: Kurt Schacher HB9BLO
1960: Benjamin Tschumi HB9DBQ, René Roth HB9RWB sowie Gustav Kaufmann.

Weitere Informationen, Angaben und Bilder sind jederzeit willkommen.

Bruno HB9BAP

 

Bilder aus der Gründerzeit bzw. den 50er Jahren


Vor dem Kurhaus Weissenstein: Hintere Reihe: Heinz Bruderer HB9VK, Ruedi Glutz HB9AYQ, Wolfgang Nübel HB9WN. Vordere Reihe: Alexander Küffer HE9EFY, Ruedi Merz HB9RP mit 2m Antenne, Marcel Richard HB9VY.


Akrobatik auf dem östlichen Dachgiebel des Kurhauses Weissenstein.


KW RX-TX (80m/ 40m/ ?) mit 6 Röhren von HB9RP, eingebaut in ein Köfferchen.