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Aufbau eines privaten Wires-X Hotspots

von Michael, HB9FGU

Meine Funkfreunde aus der alten Heimat haben seit neuestem ein kombiniertes FM/C4FM-Relais DB0RN, welches an das Wires-X-Netz angeschlossen ist. Da ich von meinem QTH in Grenchen momentan kein C4FM-Relais mit Wires-X-Anbindung erreichen kann (bzw. wenn ich eines erreichen könnte, dann die lokalen OMs nicht stören möchte), plante ich schon länger, mir einen Wires-X-Hotspot aufzubauen, wie ich ihn auch schon welche für D-Star, DMR und C4FM (YSF- und FCS-Reflektoren) habe, um das Relais DB0RN erreichen zu können.

Wie man das heutzutage macht, habe ich im Internet recherchiert und sogar einen Artikel gefunden, wie es mit einem Trick mit dem openSPOT3 funktionieren soll, aber das hat nicht funktioniert und meine Anfragen an die englischen OMs, die dafür einen speziellen Server betreiben, blieben bis heute unbeantwortet. Somit habe ich diesen Ansatz nicht weiter verfolgt.

Ein anderer Ansatz ist es, mit einem geeigneten Yaesu-Gerät einen solchen Hotspot aufzubauen. Ich war schon im Besitz einer Handfunke FT70D, aber für einen Hotspot braucht man noch ein zweites Gerät. Als ich die Möglichkeit bekam, einen gebrauchten FTM300D zu erwerben, griff ich zu.

Leider sind viele Beschreibungen im Internet, die aufzählen, was man alles benötige, meiner Meinung nach unnötig kompliziert geschrieben, sodass man sie unter Umständen falsch interpretiert. So habe ich beispielsweise lange geglaubt, man brauche zusätzlich noch einen HRI200. Auch las ich immer wieder, man müsse im eigenen Internetrouter bestimmte Ports freigeben. Das stimmt alles nicht! Auch aus diesem Grund ist dieser Artikel entstanden ...

Man braucht für einen Wires-X-Hotspot nur (5 bis) 6 Dinge; warum 5 oder 6 wird weiter unten klar:

Zunächst muss man sich bei Yaesu auf der Seite wires-x.yaesu.com registrieren. Das heisst, man trägt seine E-Mail-Adresse ein und klickt auf Send. Man bekommt eine E-Mail mit einem Hyperlink, mit dem dann die eigentliche Registrierung stattfindet. Zusammen mit der Registrierung legt man sich gleich auch noch einen Mitglieder-Account an. Nach 2 - 3 Arbeitstagen erhält man wiederum per E-Mail zwei Nummern, eine Node-Nummer und eine Raum-Nummer. Von der Einloggseite mit dem zuvor angelegten Account - oder auch von hier - kann man sich die benötigte Software herunterladen. Dann benötigt man noch einen USB-Treiber für das Verbindungskabel, den man auf der Yaesu-Seite beim entsprechenden Gerät unter 'Files' finden kann. Für den FTM300D ist das Kabel das SCU-20, und den Treiber bekommt man hier.

Wichtig: Zuallererst muss man den USB-Treiber installieren. Unbedingt erst nach der Installation darf man den PC und das Hotspot-Transceiver miteinander verbinden. Im Gerätemanager muss man dann unter Ports (LPT & COM) einen Eintrag Prolific USB-to-Serial Comm Port (COM8) finden können. Hier ist das COM8 wichtig (wobei statt der 8 auch eine andere Zahl stehen kann), weil man das später in der Wires-X-Software eingeben muss.

die Schnittstelle im Gerätemanager
die Schnittstelle im Gerätemanager

Dann installiert man die Wires-X-Software auf dem PC. Man kann die Software nur starten, wenn der Hotspot-Transceiver eingeschaltet und verbunden ist. Beim ersten Starten wird man nach den beiden Nummern gefragt, die man von Yaesu erhalten hat. Eventuell muss man auch noch sein Rufzeichen eingeben.

Meinen Hotspot betreibe ich als portable digital node, auch PDN genannt. Der Hotspot-Transceiver muss dafür in den PDN-Modus geschaltet werden. Beim FTM300D geht das, indem man beim Einschalten gleichzeitig die DX-Taste drückt und hält; der Transceiver merkt sich den Modus und startet auch beim nächsten Einschalten gleich in diesem Modus. Zum Ausschalten dieses Modus' muss man beim Einschalten die DX-Taste ebenfalls wieder drücken und halten.

Einen PDN kann man in zwei Modi betreiben:

Nur im Access Point Mode benötigt man ein zweites Gerät, wie zum Beispiel in meinem Fall ein Handfunkgerät FT70D. In diesem Fall sendet der Hotspot-Transceiver das, was er über das Internet empfängt, auf der eingestellten Frequenz aus; der Zweittransceiver muss dann auf die gleiche Frequenz eingestellt sein.

Im Direct Mode streamt der Hotspot-Transceiver die Signale von und ins Internet, es wird weder HF gesendet noch HF empfangen. In diesem Fall ist das Zweitgerät nutzlos. Man verwendet zum 'Funken' das Mikrofon und den Lautsprecher des Hotspot-Transceivers.

Die Raumnummer ist beim Betrieb eines PDN ebenfalls nicht zu gebrauchen, weil man keinen eigenen Raum betreiben kann. Aber jedes Relais hat einen, und man kann sich mit diesen Räumen, aber auch mit jedem Hotspot (PDN) auf der ganzen Welt verbinden, sofern man beim Raum- oder Node-Betreiber nicht auf der Schwarzen Liste steht ...

Display des FTM300D
Das Display des FTM300D.

Display des FT70D
Das Display des FT70D

Mein PDN im Access Point Mode funktioniert auch beim Spazierengehen sehr gut. Auf meinem Standardrundgang von zu Hause im Stadtzentrum zum Waldrand (Allmendstrasse am nördlichen Stadtrand von Grenchen), den Panoramaweg entlang (wetterabhängig mit teilweise herrlichem Alpenblick) bis zum Grubenweg und wieder zurück nach Hause zum Stadtzentrum, habe ich überall guten Empfang meines Hotspots und kann ihn auch problemlos erreichen.

 

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